Hansruedi Wipfs Reaktion zum Trailer von „Hypnotic“

Hansruedi Wipf über den Netflix Thriller Hypnotic

Hansruedi Wipf, du hast den Trailer von „Hypnotic“ gesehen. Was ist deine erste Reaktion?

„Hypnotic“ ist sicher ein spannender Film – wenn man das Genre Thriller und Horrorfilm mag. Wichtig zu verstehen ist, dass sich ein langweiliger Film nicht verkauft und deshalb Fakt und Fiktion ganz schön gehörig durcheinandergewirbelt werden.

Im Film werden Urängste wie Kontrollverlust angesprochen; es geht darum, ausgeliefert zu sein, manipulierbar und womöglich ferngesteuert, um strafbare Dinge zu tun, an welche man sich dann nicht mehr so richtig erinnern kann.

Wenn Hypnose so (all)mächtig wäre, wie dies im Trailer insinuiert wird, dann wäre Hypnose perfekt, um Menschen zu verbieten, Probleme zu haben. So könnte man sie zwingen, keine Phobien mehr zu haben oder nicht mehr depressiv zu sein. Wenn dies so wäre, dann würde dies schon längst praktiziert werden. Aber auch die Anzahl Banküberfälle würde massiv in die Höhe schnellen, denn wenn man Menschen im hypnotischen Zustand zwingen könnte, Dinge gegen ihren Willen zu tun, dann wären wohl Banküberfälle o.ä. durch solch ferngesteuerte Menschen an der Tagesordnung – was zum Glück nicht der Fall ist.

Kann ein Hypnotiseur die Hypnose tatsächlich als Manipulationswerkzeug missbrauchen und jemanden wie eine mentale Marionette steuern?

Es braucht keine Hypnose dazu, um Menschen zu manipulieren. Manipulation ist allgegenwärtig: in der Werbung, in der Politik, in der Schule, in Beziehungen, in der Familie, bei der Arbeit. Sogar ein Hund kann uns mit seinen treuherzigen Augen so manipulieren, dass wir ihm ein „Gutzi“ geben. Menschen fernzusteuern ist, wie bereits erwähnt, nicht möglich – und das ist auch gut so.

Kann es passieren, dass eine Idee, die im Kopf einer Person gepflanzt wurde, zu einer ganz neuen Realität erblüht, so wie es im Trailer dargestellt wird?

Das Unterbewusstsein kann den Unterschied zwischen Realität und Einbildung nicht wirklich machen. Das rationelle Denken lässt uns diesen Unterschied allerdings in den meisten Fällen erkennen. Eine eingebildete Angst kann allerdings irgendwann zu einem Problem führen – aber auch dazu braucht es keine Hypnose.

Wir sind tagtäglich dem Einfluss von fremden Ideen ausgesetzt: im Internet, im Fernsehen, in der Zeitung, in der Politik etc. Dass sich teils absurde und komplett abstruse Ideen in den Köpfen von Menschen verfangen, lässt sich nicht vermeiden. Das beweisen die unzähligen Verschwörungstheorien, die auch momentan herumschwirren.

Es kursieren unzählige Vorurteile bezüglich der Hypnose. Welche Vorurteile müssen deiner Meinung nach dringend aus dem Weg geräumt werden?

Das Allerwichtigste ist, dass die Menschen sich zuerst einmal bewusst werden, was Hypnose alles für sie tun kann. Es ist unglaublich, wie viel Leid, Schmerz und auch physische Probleme durch Hypnosetherapie und Selbsthypnose aufgelöst werden können. Die Menschen müssten sich nur einmal näher mit dem Thema Hypnose befassen.

Wichtig zu verstehen ist, dass Hypnose ein zu 100 % natürlicher Zustand ist. Kein Mensch kann in Hypnose gezwungen werden, sondern es ist immer ein bewusster Entscheid, die Hypnose beim Hypnosetherapeuten zuzulassen, geschehen zu lassen.

In der Hypnose ist der Mensch wahrscheinlich sogar weniger manipulierbar, als wenn er nicht in Hypnose ist. Denn in Hypnose passt er ja auch auf, weil er sich eine Veränderung wünscht. Wenn ihm jetzt ein Hypnotiseur eine Idee mit auf den Weg geben würde, die er nicht mag, dann würde er diese auch resolut ablehnen, und es würde auch keine Veränderung eintreten.

In der Hypnose kann man auch nicht stecken bleiben, sie ist auch kein Wahrheitsserum, hat nichts mit Narkose oder Bewusstlosigkeit zu tun. In der Hypnose hört man alles, kann man denken, argumentieren und auch jederzeit die Augen aufmachen und gehen. Hypnose hat auch nichts mit Esoterik, Religion oder Übernatürlichem zu tun.

Ein Film ist ein Film. „Hypnotic“ ist kein Dokumentarfilm, sondern ein Thriller. Ich werde mir den Film auf jeden Fall anschauen. Zur Unterhaltung. Mit ganz viel Popcorn.

Hansruedi Wipf OMNI Instruktor

Hansruedi Wipf iInhaber und Präsident der Hypnose.NET GmbH und von OMNI Hypnosis International, Autor, Ausbildner und Referent.

Über OMNI

Als weltweit grösste Hypnoseschule mit mehr als 50 Standorten in über 20 verschiedenen Ländern bietet OMNI Hypnosis International eine komplette und professionelle Hypnoseausbildung an. Das Aus- und Weiterbildungsinstitut ist seit 1979 am Markt etabliert und ist eines der wenigen ISO-9001-zertifizierten Hypnoseunternehmen. OMNI Hypnosis International zeichnet sich dadurch aus, dass die hauseigenen Hypnosetechniken einfach erlern- und anwendbar sind und eine hohe Erfolgsquote aufweisen. Die OMNI Hypnosetechniken werden erfolgreich in vielen Gebieten angewendet: Ängste und Phobien, Stressmanagement, Depressionen und Burnouts, Allergien, Schmerzmanagement, Blockaden aller Art, Abhängigkeiten und Süchte, medizinische Hypnose, u.v.m. In Kooperation mit der Universität Zürich leitet OMNI Hypnosis International zudem ein multidisziplinäres Projekt zur Etablierung und Akzeptanzförderung der Hypnose und Hypnosetherapie basierend auf einer umfassenden Charakterisierung ihrer neurophysiologischen Wirkmechanismen.

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