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Sporthypnose

Sporthypnose vor dem Wettkampf: die letzten zwei Prozent

OMNI Hypnosis International

Mitte August in Birmingham. Simon Ehammer steht im Weitsprung-Final der Europameisterschaft, und der Wind kommt von vorne, mit bis zu 2,7 Metern pro Sekunde. Am Vortag hatte er im SRF-Interview gesagt, die Feinjustierungen hätten noch nicht ganz gepasst, und einen Satz nachgeschoben, der einfach klingt und es nicht ist: „Im Final klappt es dann!“ Im zweiten Versuch springt er 8,29 Meter und holt Silber, die erste Schweizer Medaille dieser EM. Seine 8,51 Meter aus Götzis waren bei diesem Gegenwind nie in Reichweite. Die Medaille kam trotzdem, weil an diesem Abend etwas anderes stimmte als der Wind.

Was am Tag X entscheidet

Im September beginnen die Saisons neu. Eishockey, Handball, die Vorbereitung im Skisport: Überall wird jetzt aufgebaut, was im Winter abgerufen werden soll. Nur eine Frage hat im Trainingsplan selten einen festen Platz: Was passiert in den letzten Minuten vor dem Start im Kopf?

Hansruedi Wipf, Präsident von OMNI Hypnosis International, beschreibt diesen Moment in seinem Buch. Das Herz schlägt schneller, der Atem ist flach, und an manchen Tagen macht sich ein winziger Funken Zweifel breit. Über Potenzial müsse man in den Spitzenrängen des Sports nicht mehr reden, wohl aber darüber, ob es gelingt, dieses Potenzial in den Momenten von höchstem Druck abzurufen. Bei OMNI heissen diese Momente die letzten zwei Prozent. Wer körperlich auf demselben Niveau trainiert wie die Konkurrenz, entscheidet Wettkämpfe nicht mehr über die Muskeln, sondern über den feinen Unterschied zwischen einem guten Athleten und einem Champion.

Was die Forschung dazu misst

Dass diese zwei Prozent mehr sind als eine Redewendung, zeigt eine Arbeit aus der Schweiz. Mattle, Birrer und Elfering (2020, International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis) begleiteten acht Athletinnen und Athleten des Schweizer Nationalteams im Luftgewehrschiessen mit einer einzigen Hypnosesitzung vor einem Wettkampf über zehn Meter. Bei drei von ihnen lag das Resultat danach über allen anderen Messungen, sechs verbesserten sich gegenüber mindestens einer Ausgangsmessung, zwei schossen schlechter. Alle acht beschrieben die Sitzung als positiv und gingen nach eigener Aussage ruhiger, fokussierter und selbstsicherer an den Start.

Grösser angelegt ist die Studie von Barker, Jones und Greenlees (2010, Journal of Sport and Exercise Psychology). 59 Fussballspieler wurden zufällig auf eine Hypnosegruppe und eine Kontrollgruppe verteilt. Die Hypnosegruppe erhielt drei Sitzungen mit ichstärkenden Suggestionen, die Kontrollgruppe schaute Spielvideos. Danach zeigte die Hypnosegruppe mehr Selbstwirksamkeit und bessere Leistung in einer Wandvolley-Aufgabe, und dieser Unterschied hielt bei der Nachmessung vier Wochen später an.

Was dabei im Gehirn geschieht, hat die Universität Zürich mit fMRT, EEG und Magnetresonanzspektroskopie sichtbar gemacht: Hypnotische Zustände lassen sich messen und voneinander unterscheiden (de Matos et al., 2023). Zu diesen Studien durfte OMNI etwas beisteuern: die standardisierte Einleitung, die auf die Dave-Elman-Induktion zurückgeht. Sie sorgt dafür, dass alle Teilnehmenden mit denselben Worten in Hypnose geführt werden, und macht die Messungen überhaupt erst vergleichbar.

Drei Momente, in denen Sporthypnose ansetzt

In der Arbeit mit Athletinnen und Athleten zeigen sich drei Situationen, in denen HypnoSport® typischerweise ansetzt. Die erste liegt Tage vor dem Wettkampf: Der Ablauf wird in Hypnose so oft und so genau durchlebt, dass er im Kopf bereits stattgefunden hat, bevor er stattfindet. Michael Jordan sagte einst, er habe nie einen Wurf genommen, ohne ihn sich vorher perfekt vorgestellt zu haben. Simon Ehammer sprach nach seinen 8,51 Metern in Götzis im SRF-Interview von Visualisierung, und er meinte damit keine Fantasie, sondern Arbeit.

Die zweite Situation sind die Minuten vor dem Start. Hier geht es darum, Nervosität nicht wegzudrücken, sondern sie in Antrieb umzuwandeln und den Fokus auf das Wesentliche zu legen. Wer in Hypnose gelernt hat, diesen Zustand selbst abzurufen, braucht dafür am Wettkampftag keinen Hypnotiseur mehr am Rand. Deshalb gehört Selbsthypnose bei OMNI zum Handwerkszeug jeder ernsthaften Athletin und jedes ernsthaften Athleten.

Die dritte Situation kommt nach dem Wettkampf, und sie wird am häufigsten unterschätzt: die Regeneration nach dem Erfolg wie nach der Niederlage. Ein verlorener Final, ein schlechter Lauf, eine Verletzung. Was hängen bleibt, fährt beim nächsten Start mit. Hypnose hilft, solche Erlebnisse so abzulegen, dass sie den Kopf nicht weiter besetzen.

Wie Adrian Brüngger zur Hypnose kam

Adrian Brüngger, heute CEO von OMNI Hypnosis International, hat diese dritte Situation selbst erlebt. Im März 2010, in seinem dritten Jahr als Trainer von Pfadi Winterthur, gewann seine Mannschaft an einem Freitag mit 33:22. Zwei Tage später kassierte sie mit 24:38 die höchste Heimniederlage in der Geschichte des Clubs, gegen ein Team, das man hätte schlagen müssen. „Am schlimmsten war diese Stille in der Halle“, sagt er über die Minuten danach. Der Landbote titelte: „Tiefer Fall in eine historische Niederlage.“

Hansruedi Wipf, selbst Pfadi-Handballer, hatte ihm schon 2007 Hypnose für die mentale Verfassung der Spieler nahegelegt. Brüngger wollte damals nichts davon wissen, er nannte es „Eso-Zeugs“. Nach dem 24:38 nahm er den Vorschlag an. Die Leistungen wurden konstanter, die Resultate besser, und zwei Monate nach dem Crash gewann Pfadi den Cupfinal. Aus dem Skeptiker wurde der Mann, mit dem heute Simon Ehammer, Samuel Giger und die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft an der WM 2024 in Prag arbeiteten.

Wie ein Wettkampf aussieht, wenn die zwei Prozent stimmen, hat Niels Hintermann in Kvitfjell gezeigt. Nach einer bis dahin schwachen Saison gewann er die Abfahrt und sprach im Interview so begeistert von seinem Hypnotiseur, dass die Presse titelte, er habe dank eines Sport-Hypnotiseurs gesiegt. Bei OMNI sagt man es lieber so: HypnoSport hat geholfen, gefahren ist er immer noch selbst.

Was die OMNI Methode daraus macht

Sporthypnose ist bei OMNI keine Sammlung von Tricks für den Wettkampftag, sondern eine Anwendung derselben Methode, die auch in der Praxis und in der Klinik zum Einsatz kommt. Sie wächst aus einer klaren Linie: Dave Elman prägte die schnelle, tiefgehende Induktion, sein Schüler Gerald F. Kein gründete 1979 OMNI Hypnosis und brachte diese Arbeit in ein System, das sich lernen lässt. Seit 2015 wird dieses Erbe von der Schweiz aus weitergetragen, seit demselben Jahr sind Ausbildung und Prozesse nach ISO 9001 zertifiziert, und über 20'000 Absolventinnen und Absolventen arbeiten heute danach.

Wer mit Athletinnen und Athleten arbeiten will, geht bei OMNI denselben Weg wie alle anderen: zuerst die OMNI Hypnoseausbildung, in der das Handwerk vom Grund auf gelernt wird, danach die Weiterbildung OMNI HypnoSport, in der Adrian Brüngger das unterrichtet, was er bei Ehammer, Giger und der Nati anwendet. Wer dort ankommt, ob als Trainerin, Therapeut oder Athlet, hat vorher meistens dieselbe Frage gestellt wie Brüngger 2007.

Wenn die Saison vor dir liegt

Wer selbst im Wettkampf steht und merkt, dass die Form da ist und am Tag X trotzdem etwas fehlt, findet auf hypnose.net Hypnosetherapeutinnen und Hypnosetherapeuten mit HypnoSport-Erfahrung in der Nähe. Und wer eher auf der anderen Seite steht, als Trainer, Betreuerin oder Therapeut, und wissen will, wie dieses Handwerk aufgebaut ist, findet mit der OMNI Hypnoseausbildung den nächsten Schritt.

Quellen

  • Swiss Athletics (11.08.2026). Silber im Weitsprung: Simon Ehammer gewinnt in Birmingham die erste Schweizer Medaille. swiss-athletics.ch
  • Mattle, S., Birrer, D., & Elfering, A. (2020). Feasibility of Hypnosis on Performance in Air Rifle Shooting Competition. International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 68(4), 521-529. doi.org/10.1080/00207144.2020.1799655
  • Barker, J., Jones, M., & Greenlees, I. (2010). Assessing the immediate and maintained effects of hypnosis on self-efficacy and soccer wall-volley performance. Journal of Sport and Exercise Psychology, 32(2), 243-252. doi.org/10.1123/jsep.32.2.243
  • de Matos, N. M. P., et al. (2023). Investigating functional brain connectivity patterns associated with two hypnotic states. Frontiers in Human Neuroscience, 17, 1286336. doi.org/10.3389/fnhum.2023.1286336
  • Universität Zürich (2025). Tief entspannt und gleichzeitig fokussiert. UZH News. news.uzh.ch
  • Westenthanner, R.-M., & Popp, E.-M. (2025). Mit Hypnose gewinnen. Die Geschichte von OMNI. BASIC Erfolgsmanagement. Kapitel HypnoSport® und Die Gründer.

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