Zum Inhalt
OMNI Hypnosis Internationalseit 1979
DE · ENAcademy Login
Hypnosetherapie

Hypnosetherapie und Psychopharmaka: Ergänzung, kein Ersatz

OMNI Hypnosis International

Vielleicht nimmst du ein Antidepressivum oder eine Tablette, die dir beim Schlafen hilft, und fragst dich, ob es noch etwas gibt, das du ergänzen könntest. Vielleicht hat dir deine Ärztin ein Medikament vorgeschlagen, und du willst deine Möglichkeiten verstehen, bevor du entscheidest. So oder so ist die Frage dahinter gut: Was kann sonst noch helfen? Hypnosetherapie ist eine mögliche Antwort. Nicht als Ersatz für Medikamente oder ärztliche Behandlung, sondern als Ergänzung, die auf einer anderen Ebene ansetzt.

Dieser Beitrag erklärt, was Psychopharmaka sind, was Hypnosetherapie ergänzen kann und wie beides sicher zusammenpasst.

Warum so viele Menschen Psychopharmaka nehmen

Psychopharmaka wirken auf das Gehirn und darauf, wie wir denken, fühlen und schlafen. Sie werden häufig verschrieben. In der Schweiz zeigt ein Bulletin des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan), dass die Zahl der Verschreibungen von 2017 bis 2020, dem untersuchten Zeitraum, gestiegen ist und sich danach eingependelt hat.

Hinter jeder Verschreibung steht ein Mensch, der gerade etwas Schweres durchmacht. Für viele macht ein Medikament es möglich, eine akute Phase zu überstehen, wieder zu schlafen, wieder zu arbeiten, wieder zu funktionieren. Das ist echte Hilfe, und sie verdient Respekt.

Die vier grossen Gruppen

Ärztinnen und Ärzte unterscheiden meist vier Gruppen von Psychopharmaka.

Antidepressiva werden bei Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen verschrieben, in manchen Fällen auch bei chronischen Schmerzen, Migräne, Essstörungen und anhaltenden Schlafstörungen. Sie sind die am häufigsten eingesetzte Gruppe.

Anxiolytika und Sedativa kommen bei Angststörungen, Erregungs- und Spannungszuständen und Schlafstörungen zum Einsatz. Zu dieser Gruppe gehören die Benzodiazepine. Sie können Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und ein langsameres Reaktionsvermögen haben, und eine längere Einnahme kann abhängig machen. Das ist ein Grund, warum Ärztinnen und Ärzte sie eng begleiten.

Antipsychotika werden eingesetzt, wenn Halluzinationen, Wahn oder starke Stimmungsschwankungen im Spiel sind. Manchmal werden sie auch "off label" verschrieben, also ausserhalb der zugelassenen Anwendung, zum Beispiel als Schlafmittel.

ADHS-Medikamente sollen Hyperaktivität und Impulsivität verringern und die Konzentration verbessern. Sie machen den kleinsten Anteil aus.

Jedes dieser Medikamente hat Nutzen und Risiken. Sie für deine Situation abzuwägen, ist Aufgabe deiner Ärztin oder deines Arztes. Eine Hypnosetherapeutin oder ein Hypnosetherapeut entscheidet das nicht.

Was Hypnosetherapie ergänzen kann

Medikamente wirken auf die Chemie des Gehirns. Hypnosetherapie setzt auf einer anderen Ebene an: bei den Erfahrungen, Gefühlen und gelernten Reaktionen, die im Unterbewusstsein gespeichert sind.

Die Idee der ursachenorientierten Hypnosetherapie ist, dass Symptome selten aus dem Nichts kommen. Meist gibt es einen Grund, warum eine gedrückte Stimmung, Ängste, Schlafprobleme oder chronische Schmerzen entstehen.

Oft ist dieser Grund ein belastendes Ereignis, das im Unterbewusstsein nie verarbeitet wurde. Das kann ein einzelnes Ereignis sein, mehrere Ereignisse oder eine ganze Lebensphase. Eine solche emotionale Wunde reicht oft bis in die Kindheit zurück. Später kann eine schwierige Situation wie ein Auslöser wirken und die alte Wunde wieder aufreissen. Dann können Symptome wie Depression, Ängste, Zwänge, chronische Schmerzen oder psychosomatische Beschwerden folgen.

In der Sitzung suchen Hypnosetherapeutin oder Hypnosetherapeut und Klientin oder Klient gemeinsam nach dieser Ursache. Ziel ist, das negative Gefühl vom alten Erlebnis zu lösen: Die Erinnerung bleibt, aber sie verliert ihre Ladung. Gelingt das, hat das Unterbewusstsein weniger Grund, die alte Reaktion weiter zu erzeugen.

Das ist enge Zusammenarbeit. Das Unterbewusstsein der Klientin oder des Klienten zeigt den Weg, die Hypnosetherapeutin oder der Hypnosetherapeut führt durch den Prozess.

Was Hypnosetherapie nicht kann

Ehrlichkeit ist hier wichtig, denn es geht um viel. Hypnosetherapie heilt keine Depression, keine Angststörung und keine andere psychische Erkrankung. Sie ersetzt keine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung, und sie ist nie ein Grund, ein Medikament abzusetzen.

Manche Erkrankungen brauchen zuerst fachärztliche Behandlung, zum Beispiel eine schwere Depression, eine Psychose, eine bipolare Störung oder eine Essstörung. Wenn du in einer Krise bist, dich nicht sicher fühlst oder daran denkst, dir etwas anzutun, wende dich sofort an deine Ärztin, deinen Arzt oder den Notruf 144. In der Schweiz erreichst du die Dargebotene Hand rund um die Uhr unter 143.

Innerhalb dieser Grenzen kann Hypnosetherapie eine sinnvolle Ergänzung sein. Viele Klientinnen und Klienten nutzen sie, um an Stress, Ängsten und alten Mustern hinter ihren Beschwerden zu arbeiten, während ihre ärztliche Behandlung weiterläuft.

Hypnose und Medikamente: so geht es in der Praxis

Wenn du Hypnose ergänzend zu Medikamenten in Betracht ziehst, geben dir ein paar Grundsätze Sicherheit.

Sprich zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Sag ihr oder ihm, dass du Hypnosetherapie ausprobieren willst. Deine Ärztin oder dein Arzt muss wissen, was du sonst noch tust, und kann dir sagen, ob in deinem Fall etwas dagegen spricht.

Sag deiner Hypnosetherapeutin oder deinem Hypnosetherapeuten alles. Wer verantwortungsvoll arbeitet, fragt vor der ersten Sitzung nach Diagnosen, Medikamenten und laufender Behandlung. Das ist keine Bürokratie, sondern die Grundlage für sicheres Arbeiten.

Ändere deine Medikamente nie selbst. Wer Psychopharmaka plötzlich absetzt, kann Absetzerscheinungen bekommen, oder die ursprünglichen Beschwerden kommen zurück. Wenn es dir mit der Zeit besser geht und du ein Medikament reduzieren oder absetzen möchtest, entscheide das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, die oder der ein sicheres, schrittweises Ausschleichen planen kann. Eine Hypnosetherapeutin oder ein Hypnosetherapeut rät weder zu noch von einem Medikament ab.

Halte alle auf dem Laufenden. Wenn deine Ärztin, deine Therapeutin und deine Hypnosetherapeutin voneinander wissen, kann jede ihren Teil gut machen. Du bekommst Unterstützung auf mehr als einer Ebene.

Was dich in einer Sitzung erwartet

Eine erste Sitzung beginnt meist mit einem Gespräch. Du erzählst, was dich herführt, was du schon versucht hast und was sich ändern soll. Die Hypnosetherapeutin oder der Hypnosetherapeut erklärt, was Hypnose ist und was nicht: Du bleibst wach, du hörst alles, und du kannst jederzeit aufhören.

Dann führt sie oder er dich in Hypnose, einen Zustand fokussierter Aufmerksamkeit, in dem der kritische, analysierende Teil des Verstandes in den Hintergrund tritt. In diesem Zustand kommst du leichter an die Gefühle und Erinnerungen, die mit deinem Anliegen verbunden sind. Was dabei im Kopf passiert, liest du im Beitrag Wie funktioniert Hypnose?.

Hypnosetherapie ist ein Kurzzeitverfahren. Sie soll dich nicht jahrelang in Sitzungen halten. Eine gute Hypnosetherapeutin oder ein guter Hypnosetherapeut vereinbart mit dir ein klares Ziel und sagt dir ehrlich, wenn Hypnose für dein Anliegen nicht das richtige Werkzeug ist.

Erst mit dem Arzt sprechen, dann entscheiden

Deine psychische Gesundheit verdient gute Begleitung, und oft heisst das: mehr als eine Art von Hilfe. Medikamente können stabilisieren. Psychotherapie kann helfen, zu verstehen und damit umzugehen. Hypnosetherapie kann helfen, an den emotionalen Wurzeln eines Problems zu arbeiten. Diese Wege konkurrieren nicht. Zusammen und in Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt können sie sich ergänzen.

So arbeiten lernen

Wenn du mit Menschen arbeitest, als Therapeutin oder Therapeut, Coach, Pflegefachperson, Ärztin oder Arzt, willst du vielleicht lernen, Hypnosetherapie verantwortungsvoll neben der medizinischen Behandlung einzusetzen. In der OMNI Hypnoseausbildung lernst du, an der Ursache eines Problems zu arbeiten, und zu erkennen, wann eine Klientin oder ein Klient zuerst zur Ärztin oder zum Arzt gehört.

Dein nächster Schritt: Unter Alle Wege im Vergleich siehst du, wie du ursachenorientierte Hypnosetherapie lernst und wie der Weg zur Zertifizierung aussieht.

Triff heute eine gute Entscheidung für deine Zukunft.

Termin wählen und buchen: Buchungsbestätigung und Rechnung kommen sofort in dein Postfach.

Platz sichern